Archiv für den Monat Dezember 2011

Der Soundtrack des Jahres 2011

Der Soundtrack des Jahres 2011

2 days left vom alten Jahr, Urlaub, Sofawetter, Erkältung und damit Zeit, alte (und neue) Platten auszupacken und zurückzublicken. Drum mache ich mir doch mal die Mühe, Resümee zu ziehen über das Musikjahr 2011. Und es gibt so ein paar CDs, wie die Dookie von Green Day oder meine erste Oasis-Scheibe (die mit Wonderwall), die kann man durchhören, ohne weiter zu drücken. Und ein paar solcher CDs gab es auch dieses Jahr. Und die andern Lieder hätten es auf eine solche CD geschafft – sozusagen als gesammelte Werke.

Dazu gehört Let´s see von den Beatsteaks. Schon als ich die neue Platte das erste Mal in den Händen hielt, war für mich Track Nr. 4 meine Nr. 1 auf dem Album. Und isses immernoch. Genauso wie Still Counting oder Thanks von Volbeat, die haben mich bei Rock im Park rumgekriegt. Chris Martin auch. Und so kehrte auch Coldplay´s Viva la Vida zurück in meine Charts. Und nahm Je veux von ZAZ bei der Hand und zog sie wieder einen Sommer lang mit rum. Nach langer Abwesenheit und gerade noch rechtzeitig zur kalten Jahreszeit hat Clueso es wieder in mein Herz geschafft. Mit Lindenbergs Cello. Und eine Band, von der ich oft gelesen hab, es aber irgendwie nie bis zum Anhören geschafft habe, hat mir nen Wurm ins Ohr gesetzt, nämlich So American von Portugal the Man. Wo´s auf einmal wieder her kam, kann ich nicht sagen, aber diesmal ist es geblieben. So wie ein paar Songs der Gallagher Brüder, nur halt diesmal auf zwei getrennten Alben. So wie Animal von Neon Trees, so wie Something good can work von Two doors cinema club, so wie Old Man von Friska Viljor, so wie Back down south von den Kings of Leon. Und Thees Uhlmann´s Und Jay-Z singt uns ein Lied. Warum, weiß man nicht, aber auch an Friday I´m in Love kam ich dieses Jahr nicht vorbei, ohne kurz wenigstens mitzusummen. Is dann wohl mein Evergreen.

Partytechnisch ganz weit vorne waren und sind dieses Jahr Kraftklub. Die Vorstellung, die sie als Vorband der Beatsteaks gegeben haben, hat so überzeugt, dass kein Weg an weiteren Konzerten vorbeigeführt hat. Grandios, die Jungs. Grandiose Mädls sind die vier von Katzenjammer. Schon letztes Jahr am Bardentreffen ganz großes Kino und auch mit dem neuen Album einfach der Hit und ein Muss im Auto und überall. Ein Augen- und Ohrenschmauß ist und bleibt für mich Frank Turner. Wie er da so stand, in der Arena, auf seiner kleinen Bühne, mit dem kleinen Publikum, mit seiner Gitarre und seinem karrierten Hemd. Ach… was wäre der Sommer ohne ihn gewesen…

Eine Scheibe, die es schon länger gibt, die aber komischerweise erst dieses Jahr ihren Weg zu mir gefunden hat, es aber in meiner Like-Liste sofort nach ganz oben geschafft hat, ist die Sigh no More von Mumford & Sons. Die geht immer.

Und so langsam fällt mir auf, dass die CD, die ich dieses Jahr durchhören könnte, ohne weiter zu drücken, immer länger wird. Man, war das ein Jahr! Und wenn ich mir die Ankündigungen für die kommende Festivalsaison so anschaue, kann ichs kaum abwarten. Es steht da wieder einiges ins Haus, sodass die CD, die ich nächstes Jahr durchhören könnte, ohne weiter zu drücken, ähnliches Format annehmen könnte. So ein langes Jahr muss schließlich musikalisch untermalt werden. So ist das eben.

Jetzt ist er weg…

Jetzt ist er weg…

Der Held meiner Kindheit, zumindest an so manchem Samstagabend, hat die Wetten, dass…? Showbühne verlassen. Soweit ich mich erinnern kann, hat man ihn noch nie durch die Tür zurück gehen sehen, durch die er zu Beginn jeder Sendung gekommen war. Dann war´s das jetzt wohl wirklich.

Ja, ich gebe zu: es war für mich jahrelang ein Highlight der Supernase zuzusehen. Das gelegentliche Fremdschämen kann ich nicht leugnen, aber meine Dankbarkeit für großartige Samstagsabendunterhaltung war dann wohl doch größer. Und ich liebte die Übersetzungen. Unvergessen: “can you make my son a hat” – “Können sie mir einen Sonnenhut machen?”. Und niemand sonst schaffte es damals, meine Eltern zu überreden, dass ich so lange aufbleiben durfte. Wenn Thomas Gottschalk auf die Couch einlud, kamen wir. Die ganze Familie, oft sogar die Nachbarn, und wir blieben – bis zum Schluss, man hatte ja Zeit. Gestern lud er zum letzten Mal auf seine Couch ein. Die Gäste unspektakulär, die Wetten auch, aber man blieb dran, denn wichtig war gestern wirklich nur er selbst. Und das war auch gut so. Verplant wie eh und je, aber mit so viel Spaß wie lange nicht, führte er uns durch den Abend. Und plötzlich hatte er mich wieder zurück auf seine Couch gezogen – und damit auch auf die Couch meiner Eltern, die mit dem 70er-Jahre Muster. Ich hätte ihm gestern alles durchgehen lassen. Und ich war froh, die Sendung nicht verpasst zu haben und ihm zum Abschied leise Servus sagen zu können – zusammen mit den Zuschauern aus Deutschland, aus Österreich und der Schweiz!